Angst, Schmerz, Kraft, Liebe – Das sind die intensivsten Momente deines Lebens

Man wächst nicht an der Krise, sondern an der erfolgreichen Bewältigung. Immer wieder scheint es Unternehmen zu gelingen, aus Krisen gestärkt hervorzugehen. Doch wie sieht das eigentlich bei Menschen aus?

Steve Jobs hielt 2005 in Stanford eine Rede. Er sprach vor jungen Menschen, die am Beginn ihrer beruflichen Karriere standen. Seine Rede wurde zur Legende. Jobs erzählte drei Geschichten über seine persönlichen Lebenskrisen. Dabei formulierte er im Wesentlichen drei Ratschläge zur Bewältigung von persönlichen Krisen:

  • „Deine Zeit ist begrenzt, also verschwende sie nicht, um das Leben anderer zu leben.“
  • „Lass nicht den Lärm anderer Meinungen deine eigene innere Stimme zum Verstummen bringen.“ 
  • „Habe den Mut, dem eigenen Herzen und deiner Intuition zu folgen. Diese wissen genau, was du sein willst.“

Welches sind die drei einschneidendsten Momente, die sich bei dir verankert haben?

Welche Gefühle beschreiben diese am besten? Was denkst du, warum war es gut, genau durch so eine Phase deines Lebens zu gehen?

Drei beispielhafte intensive Momente – aus dem ganz normalen Leben:

  • Trennung vom Ehemann:
    Sie war allein in ihrer neuen kleinen 1,5-Zimmer-Wohnung mitten in der Stadt, mitten im Gewirr. Es war Winter, kalt, dunkel, bedrückend. Sie war allein, nachdenklich, saß vor ihrem großen Spiegel. Sie schaute sich selbst tief in die Augen. Sah farblose Augen, die ihr Leuchten verloren zu haben schienen. Ihr Gesicht fad und ausgemergelt. Wohl zum ersten Mal verstand sie in diesem Moment das gesamte Ausmaß ihrer Entscheidung, sich zu trennen und ihre ganz eigenen Wege zu gehen, von denen sie noch nicht wusste, wie sie aussehen und wohin für führen werden. Verzweiflung, Ahnungslosigkeit, Selbstmitleid.
  • Zeremonie des Glaubensbekenntnisses:
    Sie fuhr im Frühjahr mit einer Gruppe evangelischer Menschen zu einer Kirchenfreizeit in ein kleines Dorf in der Nähe. Auf dieser Freizeit waren jung und alt. Für jeden genügend Raum für sich selbst, für Gemeinschaft und für Gebet. Sie war bereits getauft, hatte sich als Kind schon viel für Gott und Glauben interessiert, fand aber erst in ihren 30ern eine passende Gemeinde für ihre Glaubensfragen. In einer sehr andächtigen Zeremonie in ihrem Zimmer – nur sie und eine Pastorin, die Leiterin dieser Freizeit – übergab sie im Gebet ganz bewusst ihr Leben Jesus. Erfüllung, Halt, Vergebung, Liebe, Atemlosigkeit.
  • Trennung von einem besonderen Menschen:
    Es war ein frühlingshafter Abend. Sie war erschöpft von der Arbeitswoche, machte es in ihrer Wohlfühlwohnung gemütlich, hörte lethargische Musik. Diese löste große Traurigkeit und Widerstand in ihr aus. Sie wollte es einfach nicht akzeptieren, keine Zeit mehr mit ihm zu verbringen, seine Nähe nicht mehr atmen zu können und gleichzeitig ihn doch so nah um die Ecke wohnend wissen. Er war weg, sie war hier, für sie kaum auszuhalten. Ihr Körper fühlte sich an wie eine schmerzende Hülle von Gefühlen überfüllt, viel zu eng, dünnhäutig, kurz vorm Zerreißen. Sie fiel auf die Knie und schrie aus tiefstem Herzen. Verlustschmerz, Sehnsucht, Ohnmacht, Trauer.

Wenn dir das Leben mal wieder einen schweren Stein in den Weg legt

Wenn dir das Leben mal wieder einen schweren Stein in den Weg legt: Laufe nicht weg! Nimm den Kopf hoch und schaue nach vorn! Wie heißt es doch so oft: Es ist schön, wenn der Schmerz nachlässt. Gut möglich, dass sich hinter diesem Stein eine Chance für dein persönliches Wachstum verbirgt.

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© 2020 von Kristin Fuchs